PFARRBRIEF Nr. 7 | 05. August bis 23. September 2018

Liebe Angehörige unseres Pfarrverbandes, liebe Freunde,

von meinem Mitbruder aus dem Bistum Erfurt, Tobias Reinhold, stammt der folgende Text: „Passen Sie gut auf sich auf! Seien Sie gut zu sich selbst, dann sind Sie es auch zu anderen…“Ich finde ihn gut und passend für die kommende Zeit. Viele Menschen gehen nicht gut mit sich selbst um. Sie arbeiten oft bis zum Gehtnichtmehr. Stress ist inzwischen die zweithäufigste Ursache für Erkrankungen.

Warum sind wir Menschen so? Unsere stark vom Leistungsdenken geprägte, deutsche Mentalität trägt viel dazu bei. Andererseits erleben wir auch eine ständige Flut von modernen Kommunikationsmitteln, die auch in der Freizeit noch nach uns verlangen. Wir arbeiten an immer mehr Baustellen, selbst im privaten und familiären Bereich. Ein weiterer Grund ist die Angst: Wir leben zwar in einer Wohlstandsgesellschaft, doch geht die Angst um, dass wir das Erreichte wieder verlieren können.

„Take care“ sagt man im englischen Sprachraum häufig zu Menschen, denen man Gutes wünscht. Gemeint ist damit: „Pass auf dich auf!“. Dabei hilft uns das Einüben kleiner Verhaltensweisen im Alltag, zum Beispiel, sich weniger unter Druck setzen, auch mit kleinen Fortschritten zufrieden sein, bewusst „Nein“ sagen lernen, nicht ständig die eigenen Interessen und Vorhaben zurück stecken, sich genügend Freiräume verschaffen. Trainieren Sie, die schönen Seiten des Tages wahrzunehmen! Zählen Sie am Abend, wie viele schöne Begegnungen und Momente Sie gesammelt haben. Im Straßenverkehr stoßen wir überall auf Verkehrsschilder, die Hinweise für uns Verkehrsteilnehmer, achtsam und vorsichtig zu sein. Im Umgang mit uns selbst und mit anderen Mitmenschen gibt es solche Schilder aber leider nicht, wir müssen uns diese selbst aufstellen und sie vor allem auch beachten.

Achtsamkeit ist ebenso ein wichtiger Teil christlicher Grundhaltung. Zum Verhalten der Achtsamkeit gehört die Sorge für andere, aber auch die Selbstsorge. Achtsamkeit hat auch mit Achtung und Wertschätzung zu tun. Sie beeinflusst die Qualität unseres Zusammenseins. Es ist der Umgang der Menschen miteinander, in dem sich Liebe zeigt. Ein Gebet aus Südafrika kann uns dabei zur Achtsamkeit anregen:

„Lass mich langsamer gehen, Herr, entlaste das eilige Schlagen meines Herzens durch das Stillwerden meiner Seele. Lass meine hastigen Schritte stetiger werden mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit. Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages die Ruhe der ewigen Berge. Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln durch die sanfte Musik der singenden Wasser, die in meiner Erinnerung lebendig sind. Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert. Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks. Lass mich langsamer gehen, um eine Blume zu sehen, ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen. Lass mich langsamer gehen, Herr, und gib mir den Wunsch, meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken, damit ich emporwachse zu meiner wahren Bestimmung. Amen.“

Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub, wenn Sie ihn geplant haben, wenn nicht dann einfach eine gute und gemütliche Sommerzeit. Möge Gott Sie auf allen Ihren Wegen schützen und begleiten.

Mit herzlichem Gruß, Segen und Gebet

Ihr Pfarrer Przemyslaw Nowak

Download des Pfarrbrief Nr. 7 2018

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