PFARRBRIEF Nr. 2 | 04. März bis 07. April 2019

Liebe Freunde,

die Fastenzeit bringt man in Verbindung mit etwas Negativem, da ich auf Dinge verzichten soll oder muss, die mir oft Freude und Spaß machen. Heutzutage praktiziert man das Fasten nicht unbedingt aus religiösen Gründen. Man nutzt die Zeit, um Dinge wegzulassen, von denen wir viel zu viel haben. Zuerst denke ich hier an die gesunde Ernährung, an Abnehmen, aber auch an weniger Stress, Müll, Plastik oder an kein Shoppen und, was ganz schwer ist, an keine oder sehr begrenzte Nutzung vom Smartphone.

Alle diese Ideen für die kommende Fastenzeit, um Gutes für sich zu tun, etwas über eigene Konsumgewohnheiten zu lernen oder bewusster zu leben sind gut, aber leider nicht christlich motiviert. Die Entsagung während der sechs Wochen vor Ostern soll vor allem meine persönliche Beziehung zu Gott erneuern. Wenn ich auf etwas verzichte, dann mache ich es für GOTT, da ich mich besonders auf meine Beziehung zu IHM konzentrieren möchte. Als Kinder haben wir oft gehört, dass Gott immer etwas von uns will, man muss seine Gebote befolgen, ein reines Herz haben, immer brav sein. Gott schläft nicht, sieht alles und was fürchterlich ist, er straft. Diese Ansicht führte oft zu einem grauenhaften und unwahren Bild Gottes. Deswegen haben einige Menschen mit den großen Schuldängsten gelebt oder andere sagten, es reicht und haben sich von Gott und seiner Kirche für immer verabschiedet.

Doch Gott ist nicht so! Er sieht zwar meine Ängste, meine Hilflosigkeit, meinen Zorn, meinen Neid und meine hässlichen Gedanken, aber ER sieht mich nicht so wie ein Polizist, sondern als liebender Vater. Gott liebt mich und ER will mit mir ein gutes Verhältnis haben. So lange ich seine Liebe zu mir nicht annehme und nicht begreife, dass ER auch für mich am Kreuz starb, so lange wird Gott mir fremd sein und mein christlicher Glaube ist so lange tot sowie unfruchtbar. Seine Liebe neu zu entdecken und sie in mir leben zu lassen, das ist- so meine ich – der Sinn der Fastenzeit!

Ihr Pfarrer

Przemyslaw Nowak

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