PFARRBRIEF Nr. 10 | 01. Dezember bis 22. Dezember 2019

Eine alte Geschichte erzählt: Die Eltern waren überglücklich. Endlich war ihr langersehntes Kind geboren. Bald nach der Geburt laden sie Freunde und Verwandte ein, um an einem Sonntagnachmittag im Dezember dieses Ereignis zu feiern. Viele kommen; es ist eine stattliche Zahl. Kurz nacheinander treffen die Gäste ein. Die Eltern empfangen sie an der Wohnungstür. Alle haben Geschenke mitgebracht. Die Mäntel und Jacken werden gedankenlos irgendwo abgelegt, und es entsteht schnell eine lebhafte Unterhaltung. Die meisten haben sich schließlich lange nicht gesehen, und so haben sie sich viel zu erzählen. Alle sind in bester Stimmung; man freut sich, scherzt und lacht. Schließlich erinnert man sich daran, weshalb man so nett zusammen ist, und die Gäste wünschen das Kind zu sehen, das doch der Anlass dieser Feier ist. Die Eltern wollen ihr Kind holen, doch das Babykörbchen steht nicht im Kinderzimmer. Sie schauen ins Schlafzimmer, doch da ist es auch nicht. Endlich finden sie es. Sie haben das Kind im Durcheinander der ankommenden Gäste und im Trubel der Feier völlig vergessen. Sie heben die Jacken vom Körbchen, Jacke um Jacke. Und sie finden das Kind – erstickt.

Liebe Freunde,

diese angeführte Geschichte kann auch heutzutage eine Weihnachtsgeschichte sein. Unser christliches Weihnachtsfest ist leider zum Konsum-Event geworden. Es wird schon seit Ende November gefeiert, es wird gut gegessen und getrunken. Man stresst sich mit dem Trubel von Weihnachten und mit dem Einkauf vieler Geschenke. Doch der eigentliche Anlass des Advents und Weihnachten wird völlig vergessen. Gott, der Kind geworden ist, ist Nebensache. Er steht in der Ecke und wird ausgeschlossen. Unsere tiefsinnigen christlichen Traditionen werden
Jahrgang 51 / Nr. 10 – 1. bis 22. Dezember 2019 – Seite 2 erstickt und durch den ständigen Konsum sind wir so übersättigt, dass wir nicht mehr mit Freude das eigentliche Weihnachtsfest feiern können. Als Christen sind wir selber schuld, weil wir das alles mitmachen und dabei sind.

Heute möchte ich Sie einladen und ermutigen, dass wir unseren Advent und unser Weihnachten retten! Keine Angst, wir werden nicht auf den Straßen protestieren! Ich rufe uns auf, dass wir den kommenden Advent und Weihnachten bewusst erleben. Mehr Ruhe, mehr Zeit für ein persönliches Gebet, mehr Zeit für Besuche und Gespräche, Teilnahme an den Gottesdiensten, eine gute Lektüre – das sind die Vorschläge, um zufrieden diese schönste Zeit zu erleben. Lasst uns ein paar Gedanken machen, was eigentlich für mich wertvoll ist und machen wir es!
Für diese kommende Zeit möge Gott Sie begleiten und helfen!

Ihr Pfarrer

Przemyslaw Nowak

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