Gosseltshausen

Die Mariä Heimsuchung Kirche in Gosseltshausen ist der Geschichte aus dem Marienleben von der Begegnung mit Elisabet geweiht bzw. gewidmet. Die Rokokoausstattung der Pfarrkirche mit ihren prächtigen Altären, ihrer reich verzierten Kanzel, aber vor allem mit ihren wundervollen Deckenfresken, stellen ein großartiges Kunstwerk dar.

Der Name des Ortes Gozilhusa erscheint im 10. Jahrhundert in einem Güterverzeichnis des Klosters Tegernsee. Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung geht auf eine romanische Anlage zurück. Ihre ältesten Teile – Chor und Sakristei – wurden vermutlich um 1400 erbaut. Die ersten belegten Rechnungen der Pfarrei gehen auf das Jahr 1659 zurück und betreffen die Erhöhung des Turmes.

1681 wurde ein neuer Dachstuhl auf den Chor gesetzt, die Baumaßnahmen am Langhaus der Kirche erfolgten 1687. Umfangreiche Arbeiten der Innenausstattung in der Gosseltshausener Pfarrkirche begannen 1691 und dauerten fast 10 Jahre. Im Jahre 1701 fertigte der später berühmte Maler und Stuckateur des Barock und Rokoko, Johann Baptist Zimmermann, sein Jugendwerk in der Pfarrkirche, nämlich die Stuckierung des Chores und die Freskierung der vier lateinischen Kirchenväter. Das Hauptfresko im Chor, das die Himmelfahrt Christi dargestellt hatte, führte der Maler Johann Michael Feil aus Geisenfeid aus. Die Frühwerke Zimmermanns wurden leider im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges beim Brand der Kirche im Jahr 1702 zerstört. Noch im selben Jahr wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. In den Jahren 1710 bis 1740 wurde die neu erbaute Kirche nach und nach eingerichtet und geschmückt.

1721 wurden die Kirche und der Hochaltar in Gosseltshausen vom Regensburger Weihbischof Gottfried Langwerth von Simmern geweiht. Weitere Baumaßnahmen wurden im Jahre 1752 vorgenommen, darunter eine neue Kanzel, Kirchenstühle, eine neuen Orgel und vor allem die Deckenfresken sowohl des Langhauses als auch des Chorraumes und die neuen Apostelkreuze an den Wänden. 1789 stellte der Wolnzacher Schreinermeister Matthias Kirmayr zwei Seitenaltäre her, 1790 wurden zwölf auf Holz gemalte Apostelbilder angeschafft. 1874 wurde leider die barocke Gestaltung beseitigt und der sakrale Innenraum durch das Übermalen der heute sichtbaren Deckenfresken regotisiert. Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Gosseltshausen ist eine verputzte Saalkirche mit leicht eingezogenem Polygonalchor. Der nördliche Chorflankenturm hat einen oktogonalen Aufsatz, Zwiebelhaube und Laterne. Das Langhaus mit Korbbogengewölbe und Chor mit Tonnengewölbe zeigt kleine Stichkappen, im Kern spätmittelalterlich, der Turmunterbau stammt aus dem 15. Jahrhundert.

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